Büro- und Industriearbeitsplätze stehen häufig stärker im Fokus von Arbeitsgestaltung als die Arbeit mit Kund:innen, Patient:innen, Bürger:innen und Lernenden. Dabei betrifft die sogenannte Interaktionsarbeit zahlreiche Beschäftigte in Deutschland: Etwa 66 % der Beschäftigten aller Branchen arbeiten sehr häufig oder oft interaktiv.
Die Arbeit mit und an Menschen ist mit besonderen Belastungen für die Beschäftigten verbunden. So berichten laut den Erhebungen zum DGB Index Gute Arbeit interaktiv arbeitende Beschäftigte häufiger über erhebliche Erschöpfungszustände nach der Arbeit als der Durchschnitt.
Gleichzeitig scheinen sich Gestaltungsmaßnahmen für Büro- oder Industriearbeitsplätze nur bedingt auf Interaktionsarbeit übertragen zu lassen.
Dieses Seminar stellt die Interaktionsarbeit in den Mittelpunkt. Gemeinsam mit den Teilnehmenden werden die folgenden Aspekte bearbeitet:
- Interaktionsarbeit: Begriffe und Besonderheiten
- Typische Belastungen bei Interaktionsarbeit sowie derenErmittlung und Beurteilung im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung, insbes.:
o Arbeitsverdichtung und Zeitdruck
o Umgang mit Unwägbarkeiten und Unvorhergesehenem
o Verbale und körperliche Aggressionen
o Umgang mit den eigenen Emotionen - Ansätze zur Gestaltung von Interaktionsarbeit und Minderung der oben genannten Belastungen: Stand der arbeitswissenschaftlichen Erkenntnisse
- Praktische Handlungsmöglichkeiten für Arbeitnehmervertretungen aus den Bereichen Personalplanung, Arbeitszeit sowie dem Arbeits- und Gesundheitsschutz